Self-Care-Rituals: Trockenbürsten

Trockenbürsten streichelt die Seele und pflegt die Haut. Kein Wunder, dass Naturschönheiten dieses uralte Self-Care-Ritual neu für sich entdecken. Du kommst morgens nicht so richtig auf Trab? Du wünscht dir glatte, weiche Haut am ganzen Körper? Oder du möchtest Cellulite vorbeugen? Dann ist Trockenbürsten auch etwas für dich. Wie du die Bürstenmassage anwendest und wie sie wirkt? Lies weiter ...

 

Self-Care-Rituals: Trockenbürsten | Five Skincare

Ganzheitlich schön mit der Bürstenmassage

„Gut siehst du aus!“ Das hören wir doch alle gern. Meist werden wir so begrüßt, wenn wir uns auch richtig gut fühlen, nicht wahr? Das überrascht nicht, denn unser Wohlbefinden lässt sich direkt an unserem Aussehen ablesen. Wäre doch schön, wenn wir diesen Effekt auch umkehren könnten. Also ein Beauty-Ritual, dass sich positiv auf deinen ganzen Körper auswirkt. Et voilá Trockenbürsten.  

Dieses altbewährte Treatment tut von Kopf bis Fuß gut. Es gibt dir Energie, regt die Durchblutung an und den Abfluss von Lymphflüssigkeit. Das stärkt das Immunsystem und hilft bei allen möglichen Befindlichkeiten. Aber das hier ist ja ein Hautpflege-Blog. Deshalb wollen wir uns ausnahmsweise mal ganz oberflächlich zeigen und auf die Optik konzentrieren: Wie zaubert Trockenbürsten schöne Haut? Außerdem sehen wir uns an, wie du das passende Hilfsmittel findest und was es bei der Anwendung zu beachten gilt. 

💡 Wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Schweizer ... Trockenbürsten ist eine ayurvedische Heilmethode. In Indien hat man die Garshan-Massage schon 1000e von Jahren zur Lymphdrainage angewendet, ehe sie im 19. Jahrhundert in Europa beliebt wurde.

Trockenbürsten belebt die Haut

Das Bürsten-Treatment macht müde Haut munter. Und das nicht nur, weil es den Kreislauf in Schwung bringt. Die raue Oberfläche wirkt wie ein mechanisches Peeling auf deine Haut. Das verfeinert die Haut und macht sie schön weich. Wofür du sonst ein Body-Scrub mit Kaffee oder Zuckerpartikeln verwendest, geht nämlich auch ohne ein extra Kosmetikprodukt. Die Borsten entfernen abgestorbene Hautschüppchen, die deine Haut spröde und fahl aussehen lassen genauso effektiv. Damit bringt Trockenbürsten gleich mehrere Vorteile mit sich.

  1. Regt die Durchblutung an: Das Blut transportiert Nährstoffe bis in die oberen Hautschichten. Je besser das funktioniert, desto schneller heilen Wunden und regenerieren sich die Hautzellen.
  2. Strafft das Bindegewebe: Der sanfte Druck stimuliert auch die unteren Hautschichten und das Bindegewebe. So lassen sich bei regelmäßiger Anwendung sogar Cellulite-Dellen lindern.
  3. Befreit die Poren: Das Peeling öffnet verstopfte Poren, die zu Unreinheiten an Dekolletee und Rücken führen können. Also her mit den schulterfreien Tops!
  4. Gründliche Enthaarung: Regelmäßiges Peelen beugt eingewachsenen Härchen vor. So gelingt die Enthaarung gründlich und stoppelfrei.
  5. Ebenmäßige Bräune: Glatte Haut nimmt gleichmäßiger Farbe an. Das bringt einen makellosen Teint, ganz gleich ob du die Bikini-Saison zelebrierst oder einen Selbstbräuner verwendest.

Bürste oder Massagehandschuh?

Das Trockenbürsten kannst du leicht in deine tägliche Pflegeroutine einbinden. Wenn du daran denkst, wie viele Packungen Peeling, du dir damit auf Dauer sparst, ist es auch noch super nachhaltig. Vorausgesetzt natürlich, du kaufst nicht zig Massagebürsten und -handschuhe, um das richtige Tool zu finden. Denn die Auswahl ist groß. Wie also findest du das passende Produkt?

🐷 Massagebürsten mit Naturhaaren: Hier streicheln normalerweise Pferdehaar oder Schweineborsten deine Haut. Vom Hautgefühl her sind Echthaarbürsten äußerst angenehm. Sie üben sanften Druck aus, ohne kratzig zu sein. Allerdings sind sie nicht vegan.

🌱 Massagebürsten mit Pflanzenfasern: Die vegane Alternative zum Naturhaar besteht meist aus Flachs, Sisal oder Agavenfasern. Allerdings sind die deutlich fester. Für empfindliche Haut ist das schon mal nichts und auch sonst fühlt es sich in der Regel zu harsch an.

🌟 Meine Empfehlung: Ein Massagehandschuh aus veganer Mischfaser. Meist kombiniert er Flachs, Sisal oder Leinen mit einem Baumwollanteil. Das macht den Handschuh sanft und effektiv zugleich. Außerdem schmiegt er sich an die Körperform an. Ich persönlich verwende einen Massagehandschuh aus 70 % Flachs und 30 % Baumwolle.



Anleitung zum Trockenbürsten | Five Skincare

Trockenbürsten: Anleitung

Morgens ist der beste Zeitpunkt 

Trockenbürsten nach dem Aufstehen fegt den letzten Rest von Müdigkeit fort. Ideal sind 5 Minuten bürsten. Wenn du anschließend unter die Dusche hüpfst, spülst du all die abgeriebenen Hautpartikel gleich fort. So kann auch deine Feuchtigkeitspflege bestens einwirken.

Bürste mit Gefühl

Leichter Druck genügt, um die Haut und das Bindegewebe zu stimulieren. Das gilt vor allem für die ersten Male. Taste dich behutsam zu der Intensität vor, mit der du dich wohl fühlst. Nach dem Bürsten ist eine leichte Rötung ganz normal. Sie zeigt an, dass deine Haut jetzt richtig schön durchblutet wird. Kratzer solltest du allerdings keine sehen, dann war es zu fest.

Immer zum Herzen hin

Ziel der ayurvedischen Garshan-Massage ist es, den Lymphfluss in Richtung Herz zu verbessern, damit Giftstoffe gut abtransportiert werden. So wie die Kompassnadel immer nach Norden zeigt, gehen also die Bürstenstriche immer zum Herzen hin. Fange bei der am weitesten entfernten Stelle an und arbeite dich langsam vor. Dabei kannst du die Bürste entweder in geraden Strichen oder kreisenden Bewegungen führen. Und so funktioniert es Step-by-Step:

  1. Beginne mit den Beinen: vom Fuß zum Knie, vom Knie zur Hüfte.
  2. Dann kommen die Arme vom Handgelenk über den Ellenbogen bis zur Schulter.
  3. Der Bauch: Hier kommt eine Massage für den Verdauungstrakt hinzu. Bürste kreisförmig im Uhrzeigersinn. Streiche von der Blinddarmecke nach oben, entlang des Rippenbogens zum linken Unterbauch und das gleich ein paar Mal.
  4. Zuletzt der Rücken. Hier arbeitest du dich in kreisenden Bewegungen von unten zur Mitte hin vor.

Wann und wo du lieber nicht bürstest

Das Schöne am Trockenbürsten ist die gute Verträglichkeit. Je nachdem wieviel Druck du ausübst, kannst du die Intensität völlig frei steuern. Nur in folgenden Fällen solltest du die betroffene Hautpartie unbedingt aussparen:

  • Verletzte und gereizte Haut, bis sie vollständig geheilt ist
  • Ekzeme und andere Hautkrankheiten
  • Sonnenbrand – auch nicht, um das Abschälen der Haut zu beschleunigen!
  • Krampfadern
  • Das Gesicht bloß nicht mit der Körperbürste behandeln! Greife hier lieber zu einem milden Peeling.

Massagehandschuh und -bürste richtig reinigen

Beim Trockenbürsten kommt dein Massagehelfer nicht mit Wasser, Seife oder Badezusatz in Kontakt. Du musst ihn also nicht nach jeder Behandlung auswaschen. Stattdessen den Handschuh oder die Massagebürste gut ausklopfen, damit staubige Partikel herausfallen.

Eine gründlichere Reinigung genügt einmal im Monat. Verwende dazu bei Tierhaar ein mildes Shampoo. Für Sisal, Flachs und Co. eignet sich Seife gut. Anschließend gründlich ausspülen und bei guter Belüftung trocknen lassen. Einen Handschuh hängst du dafür am besten auf. Bürsten immer mit den Borsten nach unten hinlegen. Sonst läuft das Wasser in den Holzgriff und die Bürste kann schimmeln.

Mache Achtsamkeit zum Alltag, nicht zur Ausnahme

Keine Frage also: Trockenbürsten bringt viele Vorteile mit sich. Aber vielleicht denkst du jetzt: „Es gibt so vieles, wovon schon 5 Minuten am Tag ausreichen. Wenn ich das ALLES mache, ist der Tag schnell dahin.“ Stimmt, vieles konkurriert um deine Zeit. Mein Tipp ist deshalb: Finde die Rituale, die dir wichtig sind. Also die, die dir besonders gut tun, und konzentriere dich darauf. Alles, was dir langfristig mehr Energie, mehr Gelassenheit oder mehr Freude schenkt, zahlt sich aus.

Du fühlst dich zu gestresst, um deinem Körper etwas Gutes zu tun? Dann ist das vielleicht schon ein Warnsignal. Und das kommt selten allein. So führt Stress zu einer Vielzahl an Hautproblemen – mehr dazu unter Wie wirkt sich Stress auf meine Haut aus? Self-Care-Rituale wie das Trockenbürsten oder auch ein entspannendes Gesichtsdampfbad sind deshalb in unserem Alltag Gold wert.

Sei gut zu deinem Körper, er wird es dir danken!
Deine Anna

Unsere Naturkosmetik

«Keine Creme sollte mehr Inhaltsstoffe haben, als du an einer Hand abzählen kannst.»

Anna Pfeiffer