Machen komedogene Inhaltsstoffe Pickel?

Komedogen bedeutet, dass etwas die Poren verstopft. Das ist ein Auslöser für Hautunreinheiten, denn unter der Verstopfung tummeln sich Keime. Die Einteilung von Inhaltsstoffen in komedogen und nicht-komedogen ist allerdings problematisch. Und sie führt zu Missverständnissen. Erfahre, ob es für dich Sinn macht, darauf zu achten.

 

Machen komedogene Inhaltsstoffe Pickel? | Five Skincare

Um Komedogenität ranken sich Irrtümer

Schöne Haut ist klare Haut. Dass du dir beim Kauf von Hautpflege und Make-up darüber Gedanken machst, ob ein Produkt Unreinheiten fördert, ist nur natürlich. Schließlich bedienen die einzelnen Produkte ganz unterschiedliche Hautbedürfnisse. Und einige sind für fettige oder unreine Haut tatsächlich nicht geeignet. Nun hat allerdings nicht jede Frau diesen Hautzustand. Trotzdem meiden viele komedogene Inhaltsstoffe partout. Manche kaufen nur Produkte auf denen „nicht-komedogen“ steht. Oder auch „ölfrei“ – und hier fangen die Missverständnisse auch schon an.

Öle sind nämlich nicht per se komedogen. Und sogar mit komedogenen Ölen machen viele Frauen und Männer gute Erfahrungen bei der Hautpflege. Denn mehrere Faktoren bestimmen, ob du einen Inhaltsstoff gut verträgst. Räumen wir also mit Irrtümern rund um Komedogenität auf. In diesem Artikel geht es darum, wie genau sie sich auf die Haut auswirkt und wann du darauf achten solltest.  

Was machen komedogene Stoffe mit deiner Haut?

Komedogene Stoffe stören den Abtransport von Talg, Eiweiß und Keimen. Die sammeln sich im Zuge der Hauterneuerung und durch Umwelteinflüsse in den winzigen Beuteln an den Haarfollikeln. Normalerweise werden sie auf natürliche Weise herausgeschoben. Wenn sich hier aber zu viel sammelt, wird der Schmutz in der Haut eingeschlossen. Bakterien fühlen sich hier recht wohl. Das Ergebnis sind Komedonen, also die pustelartigen Unreinheiten, die die Haut so uneben machen. Die können sich auch zu richtigen Pickeln auswachsen. Das Problem ist also, dass die Haut ihren Abfall nicht richtig los wird.

Falls Du das Thema schon ein wenig recherchiert hast, ist dir vielleicht aufgefallen, dass sich die Komedogenitäts-Listen nicht decken. Das liegt daran, dass Uneinigkeit besteht, wie man zuverlässig testen kann, ob ein Inhaltsstoff komedogen wirkt. Außerdem wurden manche Listen um Erfahrungswerte ergänzt. Und die können sehr unterschiedlich ausfallen.

Komedogenität zeigt sich nicht sofort. Meist dauert es Wochen oder sogar Monate, bis du eine Veränderung spürst.  

Wie aussagekräftig ist Komedogenität?

Die Idee, komedogene Inhaltsstoffe zu identifizieren und zu meiden, ist an sich gut. Doch das Konzept ist nicht ganz ausgereift. Zum einen beruht das Komedogenitäts-Modell auf einem Test an Hasenohren. Nun mussten die armen Hoppler ja früher für viele Kosmetiktests herhalten. Allerdings sind die Ergebnisse von Kaninchen nicht ein zu eins auf den Menschen übertragbar. Gut für die Wackelnasen, denn das war ein wichtiges Argument für die Abschaffung kosmetischer Tierversuche in der EU. Schlecht für die Aussagefähigkeit. Was Häschens Poren verstopft, kann sich bei dir ganz anders auswirken.

Komedogenität ist individuell

Strikt nach Komedogenitäts-Listen zu gehen, macht nur bedingt Sinn. Erstens ist nicht immer klar, wie wissenschaftlich fundiert die Angaben sind. Listen aus weniger seriösen Quellen sind mitunter um persönliche Erfahrungswerte ergänzt. Ob ein Inhaltsstoff bei dir die Poren verstopft oder nicht, hängt außerdem maßgeblich von der Chemie deiner Haut ab. Die ist bei uns allen etwas unterschiedlich. Deshalb gibt es auch verschiedene Hauttypen.

Mit Kokosöl beispielsweise machen viele Frauen sehr gute Erfahrungen. Dabei wird es auch in seriösen Listen als komedogen eingestuft. Allerdings wirkt Kokosöl gleichzeitig antibakteriell und beruhigend. Das kann bei einigen Hautzuständen durchaus positiv sein. Ich will dir hier nicht das Kokosöl aufschwatzen. Das Beispiel soll nur verdeutlichen, wie wichtig die Hautbeschaffenheit ist.

Ein komedogener Stoff ist hausgemacht

Einen Porenverstopfer wirst du ohnehin nicht los: Auch das hauteigene Sebum kann komedogen wirken. Das Fettgemisch, das deine Talgdrüsen selbst produzieren, kann die Poren zusetzen. Die Zusammensetzung und die Menge des Sebums variieren von Person zu Person. Wenn es besonders zäh ausfällt oder schlicht zu viel davon da ist, fließt es nicht richtig ab.

Bei Personen, die zu fettiger Haut neigen, kann es daher auch zu Unreinheiten kommen, wenn sie ihre Haut mit rein gar nichts behandeln. Hier ist es natürlich wichtig, der Haut nichts zuzuführen, das die Poren zusätzlich verstopft. Stattdessen ist reichlich Feuchtigkeit angesagt.

☝️ Du hast fettige oder unreine Haut? Weiter unten kommt ein Pflegetipp für dich!

Inhaltsstoffe wirken zusammen

Zweitens wirken Inhaltsstoffe in Kosmetika nicht isoliert. Sie ergänzen einander und verstärken oder schwächen bestimmte Effekte ab. So wirkt nicht gleich das ganze Produkt porenverstopfend, weil einer seiner Inhaltsstoffe auf der Liste steht. Vielleicht kommt es in einer geringen Dosis vor. Oder andere Zutaten wirken verstopften Poren gezielt entgegen, zum Beispiel indem sie Verhornungen aufweichen.

Verstopft Öl die Poren?

Das ist eine Frage, die mich oft erreicht. Vor allem Öle haben den Ruf, Pickel hervorzurufen. Dabei finden sich komedogene Inhaltsstoffe in allen möglichen Kategorien wie Emulgatoren, Konsistenzgebern und sogar Tensiden. Andererseits sind viele Öle überhaupt nicht komedogen. Die Angaben „ölfrei“ und „nicht-komedogen“ sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Dass Öl prinzipiell die Poren verstopft, ist also nicht wahr. Deine Haut braucht Lipide sogar, um richtig zu funktionieren.

Gesichtsöle sind speziell für diese zarte Hautpartie komponiert. Allerdings darfst du Öl hier nicht so verschwenderisch auftragen wie für eine Aromarückenmassage. Da ist es nicht das Öl an sich, sondern einfach die Menge, auf die die Haut reagieren mag. Ein, zwei Tropfen Gesichtsöl genügen. Trage Öl außerdem immer zusammen mit Feuchtigkeit auf. Die Haut braucht Wasser, um die Lipide aufzunehmen.  

💡 Übrigens gibt es Öle speziell für unreine Haut. Sie wirken antibakteriell und regulieren die Sebumproduktion. Entdecke zum Beispiel das FIVE Gesichtsöl für unreine Haut mit Schwarzkümmelöl – dem ist sogar ein eigener Artikel gewidmet.

Sind reichhaltige Öle eher komedogen?

Manche Öle ziehen superschnell ein, andere verteilen sich etwas gemächlicher auf der Haut. Diese Öle fühlen sich meist fester oder schwerer an. Shea Butter, Arganöl und Jojobaöl zum Beispiel verteilen sich eher langsam. Trotzdem ist keines davon komedogen. Bei Kokosöl ist es genau andersherum. Es fühlt sich superleicht auf der Haut an, wird aber als komedogen eingestuft. Demnach hat die Konsistenz nichts mit Komedogenität zu tun. Du musst vor reichhaltigen Ölen bei der Gesichtspflege keine Angst haben. Sie wirken einfach deutlich länger.

Eine Pflegeumstellung braucht Zeit

Wenn du ein neues Gesichtsöl oder ein anderes naturkosmetisches Produkt ausprobierst, gibt ihm etwas Zeit. Deine Haut arbeitet mit den Wirkstoffen darin. Wenn du zuvor konventionelle Kosmetika benutzt hast, strengt das deine Haut zunächst an. Das ist wie die ersten Arbeitstage nach dem Urlaub.   

Halte wenigstens 4 Wochen durch! So lange braucht deine Haut, um sich zu erneuern. In dieser Zeit gewöhnt sie sich an Neues. Mehr dazu unter Hauterneuerung: Wie schnell gewöhnt sich deine Haut an neue Pflege? Absetzen solltest du ein Produkt aber, wenn es brennt oder juckt. Das könnte auf eine allergische Reaktion hindeuten.

Wer auf Komedogenität achten sollte

Wie gesagt, einen komedogenen Stoff hast du grundsätzlich auf der Haut, das Sebum. Macht dir das bereits Probleme, solltest du lieber zu nicht-komedogenen Produkten greifen. Also wenn du unter fettiger Haut, unreiner Haut oder Akne leidest. Hier ist alles Gift, was Unreinheiten weiter befeuern könnte. Und Experimente sind besonders frustrierend. Eine geeignete Hautpflege ist für diese Hautzustände das A und O. Sie sollte:

  • Den Abtransport von Verschmutzungen fördern.
  • Entzündungen lindern.
  • Verhornungen vorbeugen.
  • Die Sebumproduktion regulieren.
  • Viel Feuchtigkeit liefern.

☝️ Lesetipp: Unter Fettige Haut richtig pflegen findest Du eine Step-by-Step-Anleitung für deine Morgen- und Abendroutine.

Fazit

Komedogenität wirkt sich recht individuell aus. Das liegt daran, dass Inhaltsstoffe miteinander und mit deiner Haut zusammenspielen. Denn auch die stellt einen komedogenen Stoff her, das Sebum. Das zeigt auch, dass Komedogenität bei gesunder oder sogar eher trockener Haut kein K.O.-Kriterium sein muss. Mitunter überwiegen bei einem komedogenen Öl die Vorzüge. Manche machen damit sogar sehr gute Erfahrungen.  

Bei fettiger, unreiner oder Akne-Haut hingegen solltest du komedogene Inhaltsstoffe meiden. Sie können dein Problem verstärken. Das heißt aber nicht, dass du auf Öle generell verzichten solltest. Sie sind wichtig für die Hautgesundheit. Und nicht alle Öle sind komedogen. Arganöl, Shea Butter und Jojobaöl kannst du zum Beispiel unbesorgt verwenden. Schwarzkümmelöl wirkt Hautunreinheiten sogar entgegen.

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«Keine Creme sollte mehr Inhaltsstoffe haben, als du an einer Hand abzählen kannst.»

Anna Pfeiffer