Ist dein Hautmikrobiom ein gefährdetes Ökosystem?

Das Hautmikrobiom besteht aus den winzigen Mikroorganismen, die das natürliche Gleichgewicht auf deiner Hautoberfläche erhalten. Es schützt und erhält deine Haut gesund. In den letzten Jahren ist diese Hautflora immer mehr in den Fokus der Forschung gerückt. Hier werfen wir einen Blick darauf, was die winzigen Helfer leisten und wie du ihren Lebensraum intakt erhältst.

 

Ist dein Hautmikrobiom ein gefährdetes Ökosystem? | Five Skincare

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Das Hautmikrobiom stärken ...

... sollte das Ziel jeder natürlichen Hautpflege sein. Und viel müssen wir da gar nicht tun, denn deine Haut bringt alle wichtigen Fähigkeiten zum Schutz und zur Regeneration mit. Doch allzu oft übertreiben wir es mit der gut gemeinten Hautpflege und greifen mit Pflegeprodukten stark in diese natürlichen Vorgänge ein. Produkte, die Keime abtöten, erwischen dann eben auch einen Großteil der nützlichen und sogar wichtigen Bakterien der Hautflora. So wird dieses sensible Gleichgewicht immer wieder durcheinander gebracht und die Hautgesundheit gefährdet.

🔬Früher galten Bakterien und Pilze als Pflanzen, daher der ältere Begriff Hautflora. Heute wird meist vom Hautmikrobiom gesprochen.

Ein geschwächtes Mikrobiom kann zu allen möglichen Hautproblemen oder sogar Hauterkrankungen führen. Es wird unter anderem mit Akne und Neurodermitis in Verbindung gebracht. Aber nun zu den Grundlagen.

Hautflora, was ist das eigentlich?

Das Hautmikrobiom entsteht schon bei der Geburt. Es umfasst all die Mikroorganismen, die einen natürlichen Bestandteil gesunder Haut bilden. Dazu gehört eine Vielzahl an Bakterien und Pilzen, die die Oberfläche deiner Haut dicht besiedeln. Sie leben symbiotisch mit dir zusammen und helfen, deine Haut von schädlichen Keimen zu befreien. Denn man unterscheidet zwischen residenten Mikroben, die auf deiner Haut „residieren“ also leben und dahin gehören, und transienten Mikroben. Dazu zählen zum Beispiel Krankheitserreger, die von außen hinzukommen und auf deiner Haut eigentlich nichts verloren haben.

💡 Hautbarriere, Säureschutzmantel und Hautmikrobiom, was ist was? Die Hautbarriere bezeichnet den Schutzwall aus Hautzellen, die wie Ziegel durch ein Lipid-Gemisch zusammengehalten werden. Sie schützt vor Feuchtigkeitsverlust und ist überzogen vom Säureschutzmantel oder Hydrolipidmantel. Der hält Eindringlinge von außen ab mit seinem säuerlichen Milieu. Hier kommen auch die kleinen Abwehrhelfer des Hautmikrobioms zum Einsatz. Alle drei zusammen bilden also die Abwehr deiner Haut.

Ein gesundes Mikrobiom ist das Schutzschild deiner Haut

Vielleicht kennst du aus Naturdokus die Putzerfische, die größeren Artgenossen die Schuppen reinigen. Damit erhalten sie sie gesund. Würde jemand alle Putzerfische im Riff abfischen, wäre das natürliche Gleichgewicht empfindlich gestört. Parasiten würden sich ungehindert vermehren. Genauso wenig kann deine Haut auf ihren mikroskopisch kleinen Putztrupp verzichten. Er schützt deine Haut und deinen Körper vor Infektionen.

Das Bewahren des Hautmikrobioms …

… rückt deshalb immer stärker in den Fokus, vor allem in der medizinischen Forschung. Hier geht es vor allem um den Einsatz von Antibiotika und Desinfektionsmittel. So hat man herausgefunden, dass beides nicht nur die unerwünschten Keime beseitigt, sondern auch die guten Bakterien des Mikrobioms reduziert und somit die mikrobielle Zusammensetzung nicht nachhaltig verbessert werden kann.

Wenn man stattdessen die guten Keime fördert, verbessert sich das Hautklima nachhaltig und die bösen Keime haben weniger Chancen sich anzusiedeln. Anstatt die Haut durch aggressive Inhaltsstoffe keimfrei zu machen, raten Experten, die natürliche Flora zu fördern. Doch manches an der Pflegeroutine kann sie aus der Balance bringen.

Wie die Hautreinigung das Hautmikrobiom beeinflusst

Im letzten Jahr haben wir uns an die wichtige AHA-Regel gewöhnt, darunter auch das regelmäßige Händewaschen oder Desinfizieren. Doch was macht das mit dem Hautmikrobiom? Hier gibt es schlechte und gute Nachrichten. Die Schlechten zuerst: Entfettende Seifen und Waschgels beeinträchtigen den Hydrolipidmantel. Das kann zu trockener und empfindlicher Haut beitragen – es beeinträchtigt also den Selbstschutz deiner Haut. Deshalb ist es wichtig, ihr durch die Pflege Feuchtigkeit und Lipide zur Regeneration zurückzugeben.

Und nun die gute Nachricht: Die Hautflora selbst zerstörst du durch die Reinigung nicht. Sie beseitigt zwar effektiv die transienten, also körperfremden Keime, die sich an der Oberfläche tummeln. Von den residenten, also notwendigen Mikroben, bleiben aber genügend übrig. 20 % davon sitzen weit unten an den Haarfollikeln.1 Da kommen Seife und Hand-Sanitizer nicht heran. Damit bleibt dir ein Reservoir, aus dem sich deine Hautflora in einigen Stunden regeneriert.

👍 Merke: Durch Desinfektion oder Waschen entfernst du in erster Linie die hautfremden Keime. Von den Hauteignen bleiben genügend zurück, um die Schutzschicht deiner Haut wiederherzustellen.

Der pH-Wert und das Hautmikrobiom

Die Hautoberfläche ist von Natur aus leicht sauer mit einem pH-Wert von etwas unter 5. Deshalb spricht man auch vom Säureschutzmantel der Haut. Nun können Kosmetika den pH-Wert verändern. Das betrifft vor allem zwei Aspekte:

Die Mikroben

Der pH-Wert entscheidet, welche Mikroben gedeihen und welche absterben. Studien zeigen, dass der hauteigene pH-Wert vielen schädlichen Keimen so gar nicht behagt. Die nützlichen Mikroorganismen hingegen fühlen sich pudelwohl.2 Bringen Pflegeprodukte das Milieu deiner Haut nun aus dem Gleichgewicht, schwächt sie das gleich doppelt: Erstens gedeihen unerwünschte Mikroben besser und zweitens werden die Guten zu schwach, um sie abzuwehren.

Enzyme

Der pH-Wert spielt auch für Enzyme eine Rolle. Die sind an der Regeneration der Hautschutzbarriere beteiligt, kitten sie also wieder, wenn beispielsweise häufiges Händewaschen sie porös macht. Auch die brauchen den natürlichen, säuerlichen pH-Wert der Haut. Zum Schutz gesellt sich also die Regeneration der Haut.

💡 Der pH-Wert ist ein Maß für den sauren oder basischen Charakter einer wässrigen Lösung. Da nur wasserhaltige Lösungen einen pH-Wert aufweisen, haben Öle keinen. Die Skala reicht von 1 (sauer) bis 14 (basisch). 7 gilt als pH-neutral, den hat zum Beispiel Wasser. Da die Haut ein säuerliches Milieu hat, liegt ein hautneutraler Wert jedoch bei 4,5 bis 5,5.

Kosmetik ist nicht immer pH-neutral

Nicht alle Pflegeprodukte sind pH-hautneutral. Manchmal ist eine Abweichung sogar gewollt, wie bei Fruchtsäure- oder Enzym-Peelings. Hier muss der pH-Wert niedriger sein, damit sie ihre Wirkung entfalten. Andere Produkte, wie Seifen, sind grundsätzlich basisch. Die haben einen pH-Wert von 8 oder 9.

Der pH-Wert der Haut pendelt sich mit der Zeit wieder ein. Dir die Hände mit Seife zu waschen, ist also nicht verkehrt. Problematisch wird es erst mit dauerhaft erhöhten pH-Werten. Meist gehen Hauterkrankungen damit einher.

💧 Die FIVE Produkte und der pH-Wert: Der pH-Wert bezieht sich nur auf Produkte mit wässrigen Bestandteilen (Wasser, Hydrolate etc.). Bei Produkten ohne diese Inhaltsstoffe kann gar kein pH-Wert bestimmt werden. Deshalb ist er nur bei einem unserer Produkte relevant, dem FIVE Gesichtsserum. Das hat einen pH-Wert von 4,5 bis 5,5, ist also perfekt auf den deiner Haut abgestimmt.

So unterstützt du die Hautflora

Ökosysteme funktionieren normalerweise umso besser, je weniger wir uns einmischen. Deshalb gilt auch hier das Motto: Weniger ist mehr. Wie sieht das in der Praxis aus?

  • Gesichtsreinigung
    Verzichte auf aggressive Mittel bei der täglichen Reinigung. Und passe die Reinigung dem Grad der „Verschmutzung“ an. Wenn du kein Make-up und keine Sonnencreme getragen hast, zum Beispiel bei der morgendlichen Reinigung, gibt es weniger zu entfernen. Dann genügt lauwarmes Wasser. Sonnenschutz und Schminke hingegen musst du abends gründlich abnehmen. Greife entweder zu einer sanften Waschlotion oder zu unserem FIVE Make-up Entferner.
  • Reinigen des Körpers
    Verwende mildes Duschgel und Shampoo und setze es sparsam ein. Damit meine ich nicht nur die Menge, sondern auch die Stellen, an denen du es verwendest. Die Beine, zum Beispiel, werden normalerweise nicht jeden Tag so schmutzig, dass sie immer eingeschäumt werden müssten. Zumal die Haut hier schnell austrocknet. Dusche am besten kurz und nur lauwarm.
  • Pflegeprodukte
    Reduziere deine Pflegeroutine auf wenige Produkte mit wenigen Inhaltsstoffen. Pflicht sind eine gute Feuchtigkeitspflege morgens und abends sowie Sonnencreme. Darüber hinaus kann deine Haut auf das allermeiste verzichten. Hier macht es also die Balance aus.

 

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Die Hautflora, wichtiger Schutz vor Krankheiten

Du bist von einem kompletten Ökosystem umgeben, dass dich vor Infektions- und Hautkrankheiten schützt. Was braucht es um intakt zu bleiben? Möglichst wenig Intervention. Experten messen dem Hautmikrobiom immer größere Bedeutung bei. Deshalb lohnt sich ein kritischer Blick auf die eigenen Pflegegewohnheiten. Machen sie diesen wichtigen Symbionten das Leben schwer? Dann ist es Zeit, etwas zu ändern. Sei sanft zu deiner Haut, das macht sie stark zu deinem Schutz.

🌟 Wie du deine Pflegeroutine vereinfachen kannst, verrät dir unser Beitrag über minimalistische Hautpflege, schmöker gern mal rein!

Alles Gute!
Deine Anna

Quellen

1 https://de.wikipedia.org/wiki/Hautflora

2 Lambers et al. 2006: Natural skin surface pH is on average below 5, which is beneficial for its resident flora https://doi.org/10.1111/j.1467-2494.2006.00344.x

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